Termine/Vorträge

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Lehre Aktuell - SS 2011

Ruhr Universität Bochum

Wissensarbeit - Wissensgesellschaft - Wissensmanagement (AWOrg, Teil II)

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EFH Bochum

Public Health I - Präsens- LV

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Technische Universität Kaiserslautern

Seminare: Projektmanagement und Spezielle Gesundheitspsychologie

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Gesundheitswirtschaft

TiZ- Thrombose im Zentrum

Thrombose ist eine in der Bevölkerung vielfach unterschätzte Krankheit, bei der sich Blutgerinnsel in einem Gefäß bilden.

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Präventiver Arbeits- und Gesundheitsschutz im Krankenhaus

Präventiver Arbeits- und Gesundheitsschutz trägt dazu bei, mit solchen Belastungen auf angemessene Art und Weise umzugehen, krankheitbedingte Frühverrentungen zu vermieden und ermöglichen damit nicht zuletzt auch die Bewältigung des demographischen Wandels durch die Unterstützung aktiven Alterns in der Arbeitswelt. Ein erhöhtes Stresspotential basiert auf psychischen Belastungen (z.B. Zeit- und Leistungsdruck, hohe Aufmerksamkeit und Verantwortung), psychosoziale Belastungen (z.B. interpersonelle Konflikte) und emotionalen Belastungen (z.B. aufgrund von Anteilnahme bzgl .der Situation von Patienten).

HRO-Ansprüche können solche Stressoren weiter verschärfen, wenn sie nicht mit Strategien gesundheitsförderlicher Arbeit harmonisiert werden. Der Umgang mit Stressoren wird zudem durch strukturelle und kontextuelle Bedingungen erschwert (DRG und ökonomischer Druck, Überstunden, suboptimale Organisation, Führungsdefizite etc.). Die Folgen sind eine nachhaltige Beeinträchtigung der Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Zufriedenheit der Mitarbeiter/innen sowie eine gravierende Limitierung ihrer Verfügbarkeit (Krankenstand, Fluktuation, früher Verschleiß). Obwohl die Leistung der Betroffenen entscheidend zum Erfolg der Krankenhäuser wie auch z.B. von Altenheimen beitragen, ist die nachhaltige Etablierung von Präventionsmaßnahmen, die dem erhöhten Stress entgegenwirken könnten, nur in Ausnahmefällen gelungen. Wenn überhaupt, wird nur ein einzelner Zyklus (Problemdiagnose, Maßnahme und Wirkungskontrolle) durchgeführt und eine Verstetigung der Präventionsmaßnahmen sowie ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess hin zu einem Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) fehlen. Das Ausbleiben der Verstetigung ergibt sich zum einen aus den strukturellen Rahmenbedingungen und zum anderen daraus, dass Stress selbst der Verstetigung organisatorisch-technischer Maßnahmen und der mit ihnen korrespondierenden Verhaltensmuster entgegenwirkt. Anstatt eine mittel- und langfristige Verbesserung ihrer Situation durch die Verstetigung von Präventionsmaßnahmen anzustreben, reagieren ressourcenschwache Organisation auf den High-Reliability-Druck mit einer kurzfristigen Erhöhung der Anforderungen an ihre Mitarbeiter/innen mit der Folge, dass die individuellen und sozialen Leistungs- und Innovationspotentiale weiter erodieren und salutogene Faktoren sozialer Arbeit abgebaut werden. Angesichts dieser Ausgangssituation erscheint es erstrebenswert, unter den Bedingungen der Ressourcenknappheit und des Wirtschaftlichkeitsdrucks Strategien und Maßnahmen zu etablieren, die die Potentiale individueller Verhaltensdispositionen, sozialer Beziehungen und salutogener Faktoren für die Verstetigung von Prävention nutzen.

Es ist davon auszugehen, dass es dabei insbesondere darauf ankommt, die Ziele sowie den Zielerreichungsgrad der Präventionsmaßnahmen und auch die einschlägigen, umsetzungsrelevanten Situationen kontinuierlich transparent zu machen. Hierzu eignen sich sowohl technische als auch organisatorische Maßnahmen. Auf der organisatorischen Ebene ist etwa das „Partizipative Produktivitätsmanagament“ (PPM) zu nennen, mit dem unter Beteiligung der relevanten Akteure Zielgrößen festgelegt und messbar operationalisiert werden. Mit dieser in den 80er Jahren in der Psychologie entwickelten und mehrfach erfolgreich erprobten Methode lassen sich auf Wirtschaftlichkeit bezogene Effizienzkriterien und weiche Faktoren präventiven Arbeits- und Gesundheitsschutzes betrachten. Ergänzend sind Methoden der Bilanzierung des mit der Präventionsverstetigung verbundenen Aufbaus einer Wissensbasis einzusetzen. Auf der technischen Ebene sind Ansätze zur unmittelbaren Unterstützung der Arbeit in Krankenhäusern weitgehend erforscht, während Technologien zur Verstetigung präventiver Verhaltensmuster, Organistionsmaßnahmen etc. nicht ausreichend ausgelotet wurden. Hierzu gibt es unter dem Stichwort „persuasive Computing“ und „Captology“ Ansätze, die seit 1998 entwickelt wurden, die aber bzgl. ihrer Einführung in die Praxis noch am Anfang stehen Diese Technik hilft, unmittelbar verhaltensrelevante Zielsetzungen und Ereignisse transparent zu machen und in Erinnerung zu bringen. Zu prüfen sind ihre Integrierbarkeit mit bereits vorhandenen IuK-Technologien und Arbeitsabläufen sowie die daraus resultierenden Potentiale.

Erhebung der Wirksamkeit und Nachhaltigkeit von Präventionsstrategien:

Die einzusetzenden Methode PPM (Partizipatives Produktivitätsmanagement) ist im vorliegenden Kontext besonders geeignet, weil sie eine partizipative Vorgehensweise mit der Messbarkeit des erzielten Fortschrittes und der erreichten Verstetigung verbinden kann. Sie unterstützt die Entwicklung und Umsetzung von Zielvereinbarungen in Arbeitsgruppen und fördert die Berücksichtigung der Interessen unterschiedlicher Berufsgruppen und Aufgabenträger. Durch PPM wird gemeinsam definiert, welche Leistungen (qualitativ) und welches Leistungsniveau (quantitativ) erwartet werden. Die Einführung von PPM zeigt Probleme (hier im Arbeits- und Gesundheitsschutz) auf und führt diese einer konstruktiven Bearbeitung zu. PPM eignet sich besonders für den Einsatz in stark hierarchischen Organisationen, fördert die Verbundenheit des Themas mit der Organisation (Commitment), das Selbstbewusstsein im Umgang mit einem Thema und geht nicht zu Lasten einer höheren Beanspruchung. Im vorliegenden Modellvorhaben soll die Methodik als Instrument der Bedarfserfassung und Kennzahlfindung für eine zu erstellende Wissensbilanz „primärer Arbeits- und Gesundheitsschutz“ im Krankenhaus erprobt werden.

„Wissensbilanz“ ist ein Kunstbegriff, der zwei scheinbar unabhängige „Unternehmenswelten“ miteinander in Beziehung setzt:

Die Welt der intellektuellen Produktion mittels „Wissen“ und die Welt der (Mikro-) Ökonomie, mit der „Bilanz“ als Ausweis des „Gesundheitszustandes“ einer Organisation. Die Wissensbilanzierung setzt auf die zielgerichtete Veränderung durch Wissenscontrolling weicher Faktoren. Das Controllingsystem prägt dabei die Wahrnehmungs- und Lernfähigkeit der Organisation in entscheidendem Maße. Es kann in diesem Sinne auch als Instrument der Aufmerksamkeitssteuerung im Krankenhaus gesehen werden. Damit ist es auch geeignet, in Kombination mit der Ermittlung psychischer Belastungen, die in einem salutogenen Sinne zunächst durchaus widersprüchliche Entwicklung hin zu einer „High Reliability Organisation“ gesundheitsförderlich zu gestalten. Die verwendeten Kennzahlen sind quantitative Daten über systemische Zustände. Sie reduzieren die komplexe Realität auf ihre wesentlichen Einflussgrößen (z.B. Identifizierung von Bereichen mit besonderem Interventionsbedarf) und dienen dazu, sich möglichst schnell und präzise über ein spezifisches Aufgabenfeld zu informieren. Sie dienen ebenfalls dazu, die Maßnahmenentwicklung unter Verstetigungsgesichtspunkten zu controllen.


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